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Eindringtiefe-Rechner (Skineffekt)

Die Eindringtiefe gibt an, wie tief HF-Strom tatsächlich in einen Leiter fließt. Nach einer Eindringtiefe ist die Stromdichte auf 37 % des Werts an der Oberfläche gefallen. Sie sinkt mit der Wurzel der Frequenz, deshalb fließt 1-GHz-Strom in Kupfer nur in den äußeren zwei Mikrometern. Dieser Rechner liefert δ, den Oberflächenwiderstand und die sinnvolle Schichtdicke.

Hochreines Kupfer bei 20 °C. Handelsübliches weichgeglühtes Kupfer (100 % IACS, exakt 58 MS/m) hat 1,72×10⁻⁸ Ω·m, was die Eindringtiefe um rund 1 % erhöht. Hartgezogenes Kupfer liegt noch etwas höher.

Eindringtiefe δ
2,06 µm
= 81,2 µin
Oberflächenwiderstand Rs
8,14 mΩ/sq
pro Quadrat Oberfläche, bei dieser Frequenz
Dicke für 95 %
6,19 µm
3δ führt 95 % des Stroms
Empfohlene Schichtdicke
10,3 µm
5δ führt 99,3 %, mehr Metall bringt nichts
J(x) = J₀·e^(−x/δ)5δ = 10,3 µmJ/J₀ = 10,37OberflächeMetallδ = 2,06 µm10 nm100 nm1 µm10 µmTiefe im Leiter (logarithmisch)

Die Kurve zeigt die Stromdichte J(x), die ins Metall hinein abklingt; der Balken darunter ist derselbe Leiter im Querschnitt, eingefärbt nach dieser Stromdichte. Der Verlauf hängt nur von x/δ ab und behält deshalb seine Form: Mit Frequenz und Material wandert der Maßstab darunter, dessen Dekadenmarken sich verschieben, wenn δ wächst oder schrumpft. Gelb markiert eine Eindringtiefe, Grau fünf. Die Tiefenachse ist logarithmisch, die Oberfläche selbst liegt knapp links außerhalb.

Gilt für einen glatten, isotropen Leiter, der dicker ist als einige Eindringtiefen und bei magnetischen Werkstoffen nicht in der Sättigung liegt. Der spezifische Widerstand gilt für 20 °C. Reale Beschichtungen sind mehrlagig, reale Oberflächen rau, und der spezifische Widerstand steigt um rund 0,4 % pro Kelvin. Nehmen Sie δ deshalb als Auslegungswert mit einigen Prozent Unsicherheit. Die Materialliste nennt veröffentlichte Tabellenwerte, am 18. August 2026 erneut geprüft und unter „Quellen“ belegt. Messing und Kohlenstoffstahl sind nominelle Legierungswerte, keine Spezifikation. Nehmen Sie den eigenen Eintrag, sobald Sie einen gemessenen spezifischen Widerstand haben.

Eindringtiefe nach Frequenz

FrequenzEindringtiefe δOberflächenwiderstand RsMindestdicke 5δ
1 MHz65,2 µm258 µΩ/sq326 µm
10 MHz20,6 µm814 µΩ/sq103 µm
100 MHz6,52 µm2,58 mΩ/sq32,6 µm
1 GHz2,06 µm8,14 mΩ/sq10,3 µm
10 GHz652 nm25,8 mΩ/sq3,26 µm

Das gewählte Material von 1 MHz bis 10 GHz. Zehnfache Frequenz bedeutet 3,16-mal weniger Tiefe und 3,16-mal mehr Oberflächenwiderstand.

So funktioniert es

  1. 01

    Leiter wählen

    Jedes Metall bringt einen spezifischen Widerstand ρ, angegeben bei 20 °C, und eine relative Permeabilität μr mit. Silber, Kupfer, Gold, Aluminium, Messing, Zink und Zinn haben alle μr = 1. Nickel und Kohlenstoffstahl sind ferromagnetisch, mit μr im dreistelligen Bereich, und drängen den Strom in eine viel dünnere Schicht.

  2. 02

    Eindringtiefe berechnen

    Die Stromdichte klingt nach innen mit J(x) = J0·e−x/δ ab, mit δ = ρ / (π·f·μ0·μr). Weil δ mit der Wurzel der Frequenz geht, bleibt bei zehnfacher Frequenz 3,16-mal weniger Tiefe. In Kupfer fließt 1-MHz-Strom in 65 µm, 1-GHz-Strom in 2,06 µm.

  3. 03

    Oberflächenwiderstand ablesen

    Rs = ρ/δ ist der Widerstand eines beliebigen Quadrats auf einem dicken Leiter, in Ohm pro Quadrat. Diese Größe bestimmt die Leiterverluste in Koaxialkabel, Hohlleiter und Mikrostreifenleitung. Sie steigt mit der Wurzel der Frequenz. Kupfer kommt bei 1 GHz auf 8,14 mΩ pro Quadrat, Messing auf das 1,9-Fache, Baustahl auf fast das 30-Fache.

  4. 04

    Schichtdicke festlegen

    Eine Schicht von 3δ führt 95 % des Stroms, 5δ führt 99,3 %. Fünf Eindringtiefen eines guten Leiters sind der übliche Zielwert. Eine dickere Schicht ändert nichts mehr. Eine dünnere lässt das Grundmetall darunter Strom führen und bringt dessen Verluste mit.

Formeln

Eindringtiefe
δ = ρπ · f · μ0 · μr
  • δ — Eindringtiefe, m
  • ρ — spezifischer Widerstand, Ω·m (Kupfer: 1,68×10−8)
  • f — Frequenz, Hz
  • μ0 — 4π×10−7 H/m
  • μr — relative Permeabilität, 1 bei unmagnetischen Metallen
Oberflächenwiderstand, Ohm pro Quadrat
Rs = ρδ = π · f · μ0 · μr · ρ
  • Rs — Oberflächenwiderstand, Ω pro Quadrat
  • die Leiterverluste sind proportional zu Rs und wachsen daher mit f
Stromanteil bis zur Tiefe t
I(t)I = 1 − e−t/δ
  • t = δ → 63,2 %
  • t = 3δ → 95,0 %
  • t = 5δ → 99,3 %

Rechenbeispiel

Kupfer bei 1 GHz
  1. ρ = 1,68×10−8 Ω·m, μr = 1, f = 1 GHz
  2. π · f · μ0 = π · 109 · 4π×10−7 = 3947,8
  3. δ = 1,68×10−8 / 3947,8 = 2,0629×10−6 m = 2,06 µm (81,2 µin)
  4. Rs = 1,68×10−8 / 2,0629×10−6 = 8,14 mΩ pro Quadrat
  5. 5δ = 10,3 µm → eine dickere Kupferschicht bringt nichts mehr

FAQ

Wie dick muss eine HF-Beschichtung sein?
Fünf Eindringtiefen des aufgebrachten Metalls sind die Faustformel. Diese Schicht führt 99,3 % des Stroms, alles darüber ist bezahltes, aber nutzloses Metall. Drei Eindringtiefen führen bereits 95 %. Bei Kupfer und 1 GHz sind fünf Eindringtiefen rund 10 µm oder 400 µin.
Senkt eine Versilberung die Verluste wirklich?
Gegenüber Kupfer kaum. Silber hat 5 % weniger spezifischen Widerstand, und der Oberflächenwiderstand folgt nur dessen Wurzel, also sinkt Rs um 2,7 %. Auf Messing- und Stahlteilen lohnt sich die Versilberung dagegen deutlich, etwa bei Steckern, Hohlleitern und Filterkammern, denn dort hat das Grundmetall rund den 1,9-fachen (Messing) und 30-fachen (Stahl) Oberflächenwiderstand von Kupfer. Angelaufenes Silber bleibt zudem leitfähig, Kupferoxid nicht.
Warum leiten Stahl und Nickel HF so schlecht?
Beide sind ferromagnetisch. Eine relative Permeabilität um 100 zehntelt die Eindringtiefe und verzehnfacht den Oberflächenwiderstand, zusätzlich zum ohnehin höheren spezifischen Widerstand. Nickel kommt bei 1 GHz auf rund 166 mΩ pro Quadrat, Kupfer auf 8,14 mΩ. Deshalb ruiniert eine Nickel-Sperrschicht unter der Vergoldung eine Mikrowellenschaltung. Die Goldschicht ist viel dünner als eine Eindringtiefe, der HF-Strom fließt also im Nickel.
Ändert die Oberflächenrauheit das Ergebnis?
Ja, sobald die Rauheit in die Größenordnung von δ kommt. Der Strom folgt der Kontur der Oberfläche, eine raue Oberfläche verlängert also seinen Weg. Die übliche Korrektur begrenzt den Effekt auf etwa den doppelten Oberflächenwiderstand des glatten Metalls, erreicht bei einer Rauheit von wenigen Eindringtiefen. Kupfer hat bei 5,8 GHz δ = 0,86 µm, und das Zahnprofil einer Leiterplattenfolie mit 1 bis 2 µm liegt bereits darüber.
Was hat die Eindringtiefe mit der Kabeldämpfung zu tun?
Sehr viel. Der Leiteranteil der Koaxialdämpfung ist proportional zu Rs und wächst deshalb mit der Wurzel der Frequenz. Genau das ist der √f-Term in jedem Kabelmodell. Der Verlustanteil des Dielektrikums wächst linear mit der Frequenz und übernimmt weiter oben. Der Skineffekt erklärt auch, warum der Innenleiter guter Kabel versilbert oder verkupfert ist. Nur seine äußerste Haut führt Strom.

Der Skineffekt entscheidet, wie viel Leistung die Speiseleitung überlebt. Wo der Rest ankommt, ist eine Kartenfrage. Waveshed zeichnet Sichtlinie und Funkabdeckung auf echten Höhendaten, kostenlos im Browser.

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Quellen & weiterführende Links

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